Studienarbeit aus dem Jahr 1998 im Fachbereich Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte, Note: 1,0, Universit?t Hamburg (Kirchen- und Dogmengeschichte), Veranstaltung: Proseminar "Regula Benedicti", Sprache: Deutsch, Abstract: In Kap. 28 der Regula Benedicti nehmen die Sanktionen f?r M?nche, die gegen die Klosterregel versto en haben, eine bisher kaum beachtete Wendung: Wenn alle Strafen nichts n?tzen, um den M?nch zur Besserung zu bewegen, soll f?r ihn gebetet werden, damit der allm?chtige Gott die Besserung wirkt. Erst wenn das nichts n?tzt, soll der M?nch ausgeschlossen werden. Die vorliegende Untersuchung fragt nach den kirchen- und theologiegeschichtlichen Hintergr?nden dieser Wendung. Das theologische Interesse liegt dabei auf den beiden Fragen, warum der zu Bessernde erst Z?chtigungen ?ber sich ergehen lassen muss, wenn Gebet doch besser wirkt, und warum es bei Gottes Allmacht nach Benedicts Ansicht offenbar dennoch m?glich ist, dass das Gebet nichts n?tzt. Die Arbeit kommt zu dem Zwischenergebnis, dass erst Klosterregeln im 6. Jahrhundert das Gebet im Zusammenhang mit Sanktionen erw?hnen, die Verantwortung f?r die Besserung oder den Ausschluss in den ?lteren Regeln des 4. Jahrhunderts noch ganz beim Menschen liegt. Sie kommt zu dem Schlluss, dass die Problematik des Verh?ltnisses von g?ttlichem und menschlichem Handeln im 6. Jahrhundert bereits deutlicher bewusst war. Dieses Thema wurde im 5. Jahrhundert im gr? eren Rahmen im pelagianischen Streit verhandelt. Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Positionen dieses Streits und ihre Anwendung auf das Klosterleben erlauben es, die These zu wagen: Benedict hat wahrscheinlich unbewusst die augustinische Pr?destinationslehre auf den Mikrokosmos des Klosters ?bertragen. Wichtiger als dogmatische Schl?ssigkeit war ihm jedoch, bei einer praktikablen Ordnung des Klosterlebens gleichzeitig dem Verdacht des Pelagianismus zu entgehen. Das ist ihm mit Kap. 28. der Regula Benedicti gelungen.
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