Der Aufsatzband geht der Frage nach der Verkn pfung von medizinischem Wissen und sthetischem Verfahren nach, im Mittelpunkt steht das Narrativ der Diagnose als Verbindung zwischen medizinischem, literarischem und gesellschaftlichem Diskurs. Den Ausgangspunkt des Bandes bildet die Hypothese, dass literarische Texte etwa ab 1800 bis in die Gegenwart hinein 'diagnostische Schreibweisen' entwickeln und so Diagnostizieren als ein f r die Moderne typisches Narrativ etablieren. Bei der Analyse von Figuren der Diagnostik wird in einem ersten Schritt textintern nach literarischen Figuren gefragt, die diagnostizieren oder denen eine Diagnose gestellt wird. Untersucht werden rzte, Patienten und Situationen des Diagnostizierens, die in literarischen Texten seit Mitte des 19. Jahrhunderts dargestellt werden. In diesem Zusammenhang stellt sich bei der Verkn pfung von medizinischer und literarischer Diagnostik auch die Frage nach rhetorischen Figuren: Denn literarische Verfahren k nnen unabh ngig von den beteiligten Akteuren als 'diagnostische Schreibweisen' untersucht werden. Das hei t, dass in literarischen Texten nicht nur medizinnahe Sujets bernommen werden, sondern Krankheitsverl ufe sthetisiert und damit einem literarischen Prinzip untergeordnet werden. So k nnen sie versuchen, die medizinische Logik au er Kraft zu setzten. Schlie lich sind auch Schriftsteller- rzte und Schriftsteller als Akteure innerhalb des Narrativs zu untersuchen. Zumindest f r die rzte unter ihnen ist dabei die klinische Ausbildung zum Diagnostiker von Bedeutung.