Lautenschlaeger Award 2023.
Diese Studie untersucht eine der drastischsten und umstrittensten Gewaltdarstellungen der hebr ischen Bibel: Das Esterbuch erz hlt von der Abwendung der geplanten Vernichtung des j dischen Volkes in der Perserzeit. Das gelingt durch die Interaktion der j dischen Protagonisten mit dem Perserhof, aber auch durch den Einsatz milit rischer Gewalt. Das neunte Kapitel berichtet davon, wie die persischen Juden zehntausende ihrer Feinde t ten, bevor sie das Purimfest feiern.
Die vorliegende Arbeit fragt nach den literarhistorischen, traditionsgeschichtlichen und historischen Wurzeln dieser Darstellung. Sie baut j ngere Forschungsans tze zur hellenistischen Datierung der hebr ischen Estererz hlung aus und verortet diese im soziopolitischen Kontext der Hasmon erzeit (2. Jh. v.u.Z.).
Mit einem Vergleich der hebr ischen Textfassung mit den beiden griechischen Esterb chern bietet sie einen Einblick in einen dynamischen Gewaltdiskurs der hellenistisch-r mischen Literatur und zeigt zugleich auf, dass die Estererz hlungen mit ihren Gewaltdarstellungen in konkrete historische Situationen hineinsprechen.