Jeder Mensch, sofern er nicht gleich bei der Geburt stirbt, verf gt ber Wissen. Vom blo en Meinen, Vorstellen, Phantasieren etc unterscheidet sich Wissen durch seinen Wahrheitsbezug - Wissen ist die Gewissheit von etwas als wahr. Das impliziert, dass es verschiedene Arten von Wissen geben und dass der Wahrheitsbezug ausgewiesen werden muss. Mit diesen Problemen besch ftigt sich eine eigene Wissenschaft - die Philosophie oder Wissenstheorie (von der die Wissenschaftstheorie ein Teilbereich ist) KANT, der als Vater der neuzeitlichen Philosophie gilt, nennt drei grundlegende Fragen des Menschen (KANT I., KdrV (Kritik der reinen Vernunft), A 805, B 833 (A=1.Aufl., B=2.Aufl.): 1. Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen? Und fasst alle drei Fragen zusammen in der einen: Was ist der Mensch? Jeder zum Vernunftgebrauch gekommene Mensch d rfte sich diese Fragen stellen, mehr oder weniger oft, mehr oder weniger deutlich. Anlass ist meist, dass sein kon?kretes Leben ihm selbst fragw rdig wird. Stellt sich der Mensch diese Probleme n mlich auf der Ebene des Alltagsbewusstseins, begn gt er sich mit einer ihm pers nlich zureichenden L sung und ist insofern "subjektiv". (Wir m ssen z.B. nicht Elektrotechnik studiert haben, um einen Lichtschalter zu bet tigen). Damit seine Gedanken auch f r andere nachvollziehbar und berpr fbar werden, m sste er sich an bestimmte Regeln halten, die eine solche "Objektivit t", d.h. intersubjektive berpr f-barkeit, erm glichen - er m sste sich folglich diese Probleme auf wissenschaftlicher Ebene stellen. Das wissenschaftliche Wissen kann entweder Teilinhalte des Alltagsbewusstseins thematisieren (Einzelwissenschaften) oder Gesamtwirklichkeit in ihrer Formalstruktur (Wissenstheorie oder Philosophie). Gemeinsam ist beiden Arten des Wissens, dass sie Wissen im Sinne von "Gewissheit von Etwas als wahr" sind, also eine Relation von Wahrheit / Bewusst-Sein darstellen. Mehr als eine solche Beschreibung von Wissen ist nicht m glich, da eine strenge Definition von Wissen unm glich ist - sie m sste ja innerhalb des Wissens erfolgen, Wissen kann also nicht gleichsam "von au en" definiert werden. Unterschieden sind beide Wissensarten darin, dass Alltagswissen urspr nglich und notwendig ist - es gibt keinen v llig bewusstlosen Menschen -, wissenschaftliches Wissen sich aber auf Alltagswissen zur ckbezieht, also reflexiv und frei ist, und daher Alltagswissen immer schon voraussetzt. Das Sprichwort: "Primum vivere, deinde philosophari" ("Zuerst leben, dann philososophieren") hat hier seine bleibende G ltigkeit. Der Wahrheitsbezug von wissenschaftlichem Wissen, gleichg tlig, ob einzelwissenchaftlichem oder philosophischem, muss berpr fbar sein.
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