Dem griechischen Roman und insbesondere dem fr hneuzeitlichen Abenteuerroman haftet das Bild einer idealisierenden Gattung an, deren sch ne und vorbildliche Heldinnen und Helden durch exotische Welten reisen und nach vielen Irrwegen ihren Liebestraum gl cklich erf llen. Die Untersuchung der spanischen novelas bizantinas, die an Heliodor und Achilleus Tatios modelliert sind, relativiert dieses eskapistische Genrebild.
Viele der Texte spielen in einer vertrauten europ ischen bis iberischen Geografie und verweisen auf die zeitgen ssische Realit t, in der allerdings nicht das M rchenhafte der romance, sondern eine Atmosph re der Unsicherheit und Prekarit t des menschlichen Schicksals herrscht: eine trostlose Wirklichkeit. Zentral f r diese Neudefinition des Musters war Lope de Vegas bislang wenig beachteter Roman El peregrino en su patria, der zwischen Einhaltung und Herausforderung des Wahrscheinlichkeitsgebots neoaristotelischer Wirkungspoetiken den Akzent auf die Destitution des Helden legt, der unterhaltsamen Handlungsf hrung der Aithiopika eine eigenartige Dimension ethischer Reflexion verleiht und damit das Profil einer novela helenizante de peregrinaci n auf den Punkt bringt.