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Hardcover Die Überlieferungsgeschichte Der Aristotelischen Schrift »De Generatione Et Corruptione«: 12 [German] Book

ISBN: 3895002127

ISBN13: 9783895002120

Die Überlieferungsgeschichte Der Aristotelischen Schrift »De Generatione Et Corruptione«: 12 [German]

In seiner Schrift "De generatione et corruptione" entwickelt Aristoteles seine Antworten auf die Aporien, die sich aus dem Begriff des Werdens ergeben. Dabei geht es ihm ebenso darum, analytisch - und dies im angels chsischen Sinne des Wortes - das gesamte Bedeutungsspektrum des griechischen Verbes "genesthai" zu kl ren und zu ordnen, wie darum, auf rein physikalischer Ebene allgemeine Betrachtungen zur Einf hrung in die physiologischen Studien des biologischen Corpus anzustellen.
Die philosophische berlieferung hat, mehr oder minder bewusst, immer erkannt, dass es in Aristoteles Schrift um die Machbarkeit und den Platz einer physikalischen Untersuchung des Lebendigen ging und - unter monotheistischen Vorzeichen - um das Verh ltnis Gottes zu seinen Gesch pfen. Man denke nur an den Ps.-Okellos in hellenistischer Zeit, ferner an die galenische Tradition und an die bahnbrechenden physikalischen Intuitionen des Alexander von Aphrodisias. Man denke auch an die gro e Anziehungskraft, die dieser Text auf die arabischen Philosophen und sp ter auf die Physiker- rzte S ditaliens ausge bt hat. Und man denke schlie lich an die fast siebzig byzantinischen Manuskripte, die uns den Text des Traktats in der Originalsprache berliefert haben. All das zeugt von der Faszination, die dieser Text auf Denker ausge bt hat, die zu verstehen versucht haben, warum und wie die Welt der reinen Potenz und Materie unter bestimmten, sehr spezifischen Bedingungen in die Individualisierung der aktualisierten Form m nden kann.
Auch die Gegner waren sich der Bedeutung des Textes bewusst. So hat Philoponus den Traktat nicht ausdr cklich verworfen, wenn er auch in seinem De Aeternitate mundi contra Aristotelem und seinem De Aeternitate munde contra Proclum die These von der Ewigkeit der Welt und dem Fortbestand der Arten ablehnt, der ja, wie wir gerade gesehen haben, in dem Traktat eine grundlegende Bedeutung zukommt. Eine systematische Widerlegung von De generatione et corruptione wird erstmals von einem der gr ten islamischen Theologen zu Anfang des 10. Jahrhunderts gef hrt.
Der Autor zeigt unter anderem, dass die wichtigste unter den drei arabischen bersetzungen sehr wahrscheinlich auf das byzantinische Exemplar der physikalischen Traktate zur ckgeht, dass die s ditalienischen rzte es nicht vers umt haben, sich unverz glich die vielf ltigen, von Burgundio von Pisa zusammen mit seiner Version bersetzten Randnotizen zunutze zu machen, - dass brigens die beiden Manuskripte, die mit S ditalien in Verbindung gebracht werden k nnen, jeweils medizinische Texte enthalten -, dass zahlreiche byzantinische Gelehrte es sich haben angelegen sein lassen, den Text durch oft interessante, zuweilen brillante Konjekturen zu verbessern.
Der Autor liefert mit seiner berlieferungsgeschichte also nicht nur das f r eine wirklich textkritische Ausgabe unerl liche Stemma. Er f hrt uns ebenso die Vielgestaltigkeit der Geschichte der Philosophie vor Augen, die sich ebenso mit der Theologie wie mit den Naturwissenschaften befa t. Nur die berlieferungsgeschichte kann uns vor historischen Trugbildern bewahren, d. h. vor der pseudo-philosophischen Rekonstruierung riesiger Phantasiefresken.

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