Die NS-Prozesse in der Bundesrepublik waren ein Forum, in dem bereits in der fr hen Nachkriegszeit die Verbrechen des Nationalsozialismus verhandelt wurden. Dabei hatten die Holocaust- berlebenden und ehemaligen KZ-H ftlinge als Zeugen eine besonders kontroverse Aufgabe, die von der Forschung jedoch bislang kaum beachtet wurde. Vielfach lag es allein an ihnen, mit ihren Berichten die Angeklagten zu berf hren. Zugleich waren sie teils massivem Misstrauen der deutschen Justiz ausgesetzt, die die berlebenden f r zu parteiisch hielt, um objektive Einsch tzungen abzugeben. Die Befragungen und die Konfrontation mit den T tern stellten zudem eine hohe Belastung dar. Dennoch sagten Tausende berlebende aus freien St cken aus und nahmen die Strapazen auf sich, um die strafrechtliche Verfolgung der Verbrechen voranzubringen. Am Beispiel von vier Auschwitz-Prozessen aus drei Jahrzehnten untersucht Katharina Stengel, welche Bedeutung die Opfer f r die NS-Prozesse hatten, wie die Juristen mit ihnen und ihren unfassbaren Berichten umgingen, wie die Zeuginnen und Zeugen selbst vor Gericht agierten, welche Anliegen sie verfolgten und welche Schl sse sie aus ihren Erfahrungen zogen.
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