Der d104 widmet sich der urbanen Lebenswelt aus der Perspektive der ph nomenologischen und qualitativen Stadtforschung. Aus dem Blickwinkel des St dters wird das Erleben st dtischer Wirklichkeiten im Lichte der Anwesenheit "institutioneller Hinterb hnen" untersucht. In Anlehnung an Goffmans Rahmenanalyse, Sloterdijks Sph ren-Hermeneutik und Kafkas Konzept einer panoptischen Moderne unterstellt M ller dem Stadtraum eine osmotische (von einem Hinten kommende) Aufspaltung der Lebenswelt. Mit Bezug auf Alfred Sch tz' Konzept der Lebenswelt und Heideggers Konzept des "In-der-Welt-Seins" entwickelt M ller eine sinnweltliche Topographie des Stadtraums. Kernst ck der empirischen Analysearbeit, mit der die "romantischen Praktiken der Welthandhabung" des St dters untersucht werden, ist das Konzept institutioneller Steuerungsarenen, welche sich als metaphysische Handlungshorizonte in das Zentrum der Lebensmitte einspiegeln. Daraus ergeben sich f r den St dter oft Raum- und Seins-Grenzen, die seine Weltmitte in Form von Handlungshorizonten ontologisch einrahmen und strukturieren. brig bleibt eine kafkaeske Organisation der urbanen Lebenswelt, die in einer entfremdeten, aber gleichzeitig lyrischen Moderne einm ndet. Aus dieser Mechanik zwischen "Hinten" und "Vorne" und der Gleichzeitigkeit von rationalen und romantischen Weltbestandteilen entwickelt M ller eine Theorie der surrealen Lebenswelt.
Klappentext: "Wer sich der Stadt widmet, blickt nicht nur in den Hauptaufenthaltsraum des menschlichen Daseins, sondern widmet sich zugleich einem Universum, das an Komplexit t und Widerspr chlichkeit kaum zu bertreffen ist. Sie, die Stadt, ist der Inbegriff des technologischen und gesellschaftlichen Fortschrittes. Sie besitzt aber gleichzeitig das Potenzial, als Manifestation einer baulichen und lebensweltlichen Irrationalit t zu fungieren, welche dem Programm einer rationalen Moderne erfolgreich in den R cken f llt. Sie ist Ausdruck des Konkreten sowie Gestalt des Imagin ren und besitzt eine dualistische Ambivalenz, die Stein und Mythos sowie rationales Handeln und romantische Praktiken der Welthandhabung auf eine gemeinsame Fl che stellt. Sie gew hrt dem urbanen Ich so ein sorgetragendes Innen, welches sich ohne eine Entzifferung der traumhaft hinges ten Bilder, die in Form autopoetischer Wirklichkeiten die st dtische Lebenswelt bestuhlen, kaum verstehen l sst. Diese Bilder aufzusp ren und sie exemplarisch auszustellen, ist das ausgemachte Programm dieses d104es."
Keywords: Stadtsoziologie - Alltagsforschung - Architektursoziologie - Anthropologie - Qualitative Sozialforschung - Ph nomenologie - Urban Studies - Kulturwissenschaften - ethnografische Stadtforschung - Soziologie der Lebenswelt - Organisationssoziologie - Raumsoziologie
790 Seiten und 70 Abbildungen.
Verlag: Urban Ontology - Berlin