Der Wind kam vom Meer wie ein hungriges Tier. Callum MacLeod zog seinen Mantel fester um die Schultern und stapfte durch den Schnee, der sich ber Nacht auf die Klippen gelegt hatte. Hinter ihm br llten die Highlandk he ihr Unbehagen in den Morgen. Sie wollten nicht hinaus in die K lte, aber das Heu im Stall war aufgebraucht, und die Tiere mussten gef ttert werden, ob der Winter es erlaubte oder nicht. Seit drei Tagen schneite es ununterbrochen. Die K ste von Caithness war ohnehin kein freundlicher Ort, aber im Januar wurde sie zur H lle aus Eis und Dunkelheit. Die Sonne zeigte sich nur f r wenige Stunden, ein blasses Gespenst hinter grauen Wolken, ehe die Nacht zur ckkehrte und das Land verschluckte. Callum war hier geboren. Sein Vater hatte hier gelebt, und dessen Vater vor ihm. Die MacLeods waren seit Generationen Bauern an dieser gottverlassenen K ste, z h wie das Heidekraut, das sich zwischen die Felsen klammerte. Er kannte jeden Stein, jede Klippe, jeden gef hrlichen Pfad, der zum Strand hinabf hrte. Deshalb bemerkte er sofort, dass etwas nicht stimmte. Unten am Wasser, dort wo die Wellen gegen die schwarzen Felsen schlugen, lag etwas im Schnee. Etwas Dunkles, das sich nicht bewegte. Callum blieb stehen. Sein Atem bildete wei e Wolken in der Luft. Vom Meer her kam der Geruch von Tang und Salz, vermischt mit etwas anderem. Etwas, das er nicht benennen konnte. "Verdammt", murmelte er und begann den steilen Abstieg. Der Pfad war t ckisch, glitschig von Eis und Schnee. Mehr als einmal rutschte er aus, fing sich gerade noch, klammerte sich an Felsvorspr nge. Die Highlandk he br llten hinter ihm, als wollten sie ihn warnen. Aber Callum ging weiter. Als er den Strand erreichte, wusste er bereits, was er finden w rde.
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