Die Zeit um 1900 ist keineswegs nur durch rasante sthetische Innovationen gepr gt, sondern auch durch eine gro e Verbreitung, Verehrung, Neuinterpretation und produktive Rezeption kanonischer Werke. Diese Werke - das ist der Grundgedanke der hier versammelten Aufs tze - f hren zwar ein langes Leben, m ssen jedoch in jeder Zeit und mitunter f r verschiedene gesellschaftliche Gruppen neu aufgelegt, herausgegeben, ausgestattet und vertrieben werden. Denn nur so bleiben kanonische Werke auf dem Buchmarkt erh ltlich, werden rezipiert und k nnen in ihrem kanonischen Status best tigt werden. Das Abstraktum "Werk" realisiert sich in jeweils konkreten Ausgaben, die von einem Herausgeber veranstaltet und vom Verlag ver ffentlicht werden. Herausgeber und Verlag konstituieren den Text, versehen ihn mit Paratexten, statten den Band aus, lassen ihn drucken, bewerben, vertreiben und schaffen so eine neue dingliche "Pr sentation" des Werks. Dieser Prozess soll in seiner Relevanz f r die Herausgeber, Autoren bzw. Autorbilder, Werke, Leser und Verlage einer gro z gig verstandenen "Jahrhundertwende 1900" im deutschsprachigen Bereich erfasst werden.