Der Umgang der r misch-republikanischen Gemeinschaft mit Obstruktionen ist einzigartig in der Weltgeschichte. Es sind nicht nur zahlreiche Verz gerungs- und Verhinderungsversuche berliefert, manche Obstruktionsarten waren sogar als legitime Eingriffe in den Entscheidungsprozess allgemein akzeptiert. Gerade letztere erreichten ein erstaunliches Verhinderungspotenzial: Ein einzelner Amtstr ger konnte im u ersten Fall dem versammelten r mischen Volk auf glaubhafte Weise ank ndigen, dass es w hrend seiner Amtszeit keine neuen Gesetze geben werde. Die Existenz einer solchen Verhinderungsmacht und ihr dennoch ber einen langen Zeitraum zur ckhaltender Gebrauch sind erkl rungsbed rftig. Frank G rne stellt erstmals die Frage nach der Bedeutung von Obstruktionen f r die politische Kultur der r mischen Republik. Er vertritt die These, dass Obstruktionen, insbesondere die Vetos von Volkstribunen, der Senatsaristokratie lange dazu dienten, in schwierigen Debatten zu einem Konsens zu gelangen. Mit den sich im Verlauf der sp ten Republik verh rtenden Fronten und eskalierenden Konflikten, wandelten sie sich jedoch zu Waffen im Kampf gegen den politischen Gegner.
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