Unternehmenskrisen und Bilanzskandale der j ngsten Vergangenheit haben dazu gef hrt, dass auch Aufsichtsr te in den Mittelpunkt der Kritik geraten sind. Damit ihre Kontrollaufgaben und ihr Agieren im Interesse der Aktion re gew hrleistet ist, schlagen Vertreter der Agency-Theorie zur Motivation beispielsweise die Installierung eines erfolgsorientierten Verg tungssystems vor. Christian J nger untersucht anhand von 92 Experteninterviews mit Anteilseignervertretern b rsennotierter deutscher Unternehmen, wodurch Aufsichtsr te prim r motiviert sind und welche Rolle dabei die Verg tung spielt. Dazu w hlt der Autor einen interdisziplin ren Ansatz. Unter Verwendung der Agency-Theorie beleuchtet er die Motivation von Aufsichtsr ten ebenso aus dem Blickwinkel der psychologischen konomik sowie nach der Theorie der Praxis des Soziologen Pierre Bourdieu. Die empirische Analyse zeigt, dass die Motivation von Aufsichtsr ten in keinem unmittelbaren Verh ltnis zu ihrer Verg tung steht. Neben dem Einbringen ihrer Kompetenz sind Aufsichtsr te insbesondere an einer Erh hung ihres sozialen und symbolischen Kapitals interessiert, um sich innerhalb des exklusiven Beziehungsnetzwerks deutscher Aufsichtsr te optimal positionieren zu k nnen. Die Aufsichtsratsverg tung stellt lediglich einen Gradmesser der entgegengebrachten Wertsch tzung dar.