Der vorliegende Band bildet den Auftakt zu einer auf mehrere Teilb nde angelegten Publikation ber die Glasmalereibest nde in Sachsen-Anhalt durch das deutsche Corpus Vitrearum Medii Aevi. Diese bedeutende, doch kaum bekannte Verglasung wird damit erstmals in den Blick der Forschung ger ckt. Durch eine historische und kunsthistorische Einleitung sowie einen Katalogteil, der nicht zuletzt die Authentizit t der Scheiben kl rt, erfolgt die wissenschaftliche Bearbeitung. Farbtafeln und ein Abbildungsteil, der jede einzelne Scheibe in s/w-Fotos aufnimmt, sowie gro formatige Detailaufnahmen geben das Ensemble vollst ndig wieder. Es umfasst noch Glasmalereien aus drei verschiedenen Zeiten. Aus einer Umbauperiode der ersten Johanniterkirche um die Mitte des 14. Jh. haben sich noch zwei Scheiben erhalten. Ein gro er Anteil der Glasmalereien schm ckte ehemals das Langhaus eines Neubaues, das im ersten Jahrzehnt des 15. Jh. errichtet wurde. Erst ca. 50 Jahre sp ter erhielt dieses Langhaus auch einen neuen Chor. Stifterbilder, Wappen und Inschriften bezeugen, dass sich sowohl die Johanniterbr der als auch der Markgraf von Brandenburg, Friedrich II. von Hohenzollern, an seiner Ausstattung mit Glasmalereien beteiligt haben. Trotz des heute stark dezimierten und aus dem Zusammenhang gerissenen Bestandes wird eine Ausrichtung auf eine programmatische Ikonographie erkennbar. Innerhalb der umfassend dargestellten Heilsgeschichte, die von der Erschaffung des Menschen bis zum J ngsten Gericht reicht und Titel- wie Lokalheilige ber cksichtigt, ist ein Akzent gesetzt, der die einzelnen Bilder unter das Thema der Kirche Christi, der ecclesia universalis, stellt. Damit reflektieren sie zeitspezifische kirchenpolitische Auseinandersetzungen und f hren am Ausgang des Mittelalters wie eine scholastische Summa noch einmal enzyklop disch die Grundtatsachen der katholischen Kirche vor Augen. Doch gleicherma en bedeutend ist die k nstlerische Ausf hrung der Glasmalereien. Wenngleich sie einem Regionalstil verpflichtet sind, lassen sie sich internationalen Kunststr mungen zuordnen. So stehen die beiden Scheiben aus dem Vorg ngerbau entwicklungsgeschichtlich an der Schwelle eines um die Mitte des 14. Jh. vollzogenen allgemeinen Stilumbruchs vom idealisierenden, sch nlinigen Formenvokabular zu einer realistischen Gesamtauffassung des Dargestellten. Die Glasmalereien aus dem beginnenden 15. Jh. f gen sich in die internationale Stilstr mung des Weichen Stils ein, und die Chorverglasung setzt sich technisch mit den graphischen K nsten auseinander und nimmt Motive aus der niederl ndischen Tafelmalerei auf, die seit dem zweiten Drittel des 15. Jh. als moderne Vorbilder gesch tzt wurden.
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