Die sthetischen wie kulturpolitischen Metamorphosen um 1945, die umstrittene 'Stunde Null' mit ihren Implikationen von Neubeginn, tabula rasa, Schuldvergessen und Kontinuit tsbestreben, werden in diesem Band diskutiert und mit dem Fokus auf das Prozessuale als 'lange Stunde Null' neu interpretiert. Anhand von Fallanalysen und vergleichenden Konstellationen nehmen Literatur-, Geschichts-, Film- und Medienwissenschaftler*innen eine Lagebestimmung post-1945 aus interdisziplin rer Perspektive vor und erl utern, wie Beitr ge in Literatur, Kunst und Film das Spannungsgef ge zwischen br chiger Kontinuit t und emphatisch gesetzten Neuanf ngen bezeugen. Dabei werden erstmalig die sthetischen Transformationen in Ost und West in ihrer geteilten Ausgangslage des Nationalsozialismus und die an den Siegerm chten vollzogenen Neuausrichtungen komparatistisch entzifferbar gemacht. Verdr ngungen und Legendenbildungen, aber auch berraschende Diagnosen und Interventionen pr gten eine der kontrovers diskutiertesten Epochen der deutschen Literatur- und Mentalit tsgeschichte, die bis in unsere heutige Zeit fortwirkt.