Wissenschaftliches Schreiben ist nach wie vor zumeist ein Schreiben in Disziplinen. Das gilt insbesondere f r die Geistes- und Sozialwissenschaften: Die Zugeh rigkeit zu einer bestimmten akademischen Disziplin bestimmt in einem hohen Ma nicht nur den Inhalt des Gesagten, sondern auch die Form dessen, was berhaupt gesagt werden kann.
Was aber, wenn nicht die Disziplin, sondern die Frage zuerst da ist? Wenn geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung sich jenseits disziplin rer Ordnung in einem prim ren Fragen verortet und damit ein unmarkiertes Feld betritt. Dann kann ein Forschen und Schreiben entstehen, das nicht interdisziplin r ist, sondern sich jenseits der blichen Disziplinen und Disziplinierungen des Akademischen stellt.
Die 'Undiszipliniertheit' der Reihe kann sich sowohl in der Methode als auch in der Schreibweise und im Gegenstand der Untersuchungen offenbaren. Der Begriff der 'Undiszipliniertheit' zielt dabei nicht auf ein Jenseits des wissenschaftlichen Diskurses. Er meint vielmehr ein Fragen, das vor der disziplin ren Verortung eines Projekts entspringt und den Gang der Untersuchung mit einem Grundton der Dringlichkeit unterlegt. Eine (auch politische) Positionierung der Texte ist durchaus gewollt, wenn nicht unvermeidbar: Mit der Undiszipliniertheit ist nicht nur an eine Verortung abseits oder an den schon ins Marginale bergehenden R ndern wissenschaftlicher Disziplinen gedacht, sondern auch an eine Verweigerung gegen ber ffentlichen und politischen Disziplinierungen. Diese Verweigerung muss nicht explizit sein, darf aber in einem direkten oder indirekten Aktualit tsbezug der Texte sichtbar werden.
Herausgeber_innen
Iris D rmann, Andreas Gehrlach und Thomas Macho
Wissenschaftlicher Beirat
Andreas B hr, Kathrin Busch, Philipp Felsch, Dorothee Kimmich, Morten Paul, Jan S ffner