Mit f nf Jahren kann Johannes an den Schritten seines Vaters erkennen, welcher Abend ihn erwartet. Noch bevor sich die T r ffnet, lauscht er auf jedes Ger usch, jeden Atemzug, jede Ver nderung der Stimmung.
Die Geschichte dieser Wachsamkeit beginnt lange vor seiner Geburt: in einem ostpreu ischen Elternhaus, in den Verhei ungen des Nationalsozialismus, in Krieg und sowjetischer Gefangenschaft. Als Johannes' Vater heimkehrt, sucht er nach Halt und findet ihn in einer Glaubensgemeinschaft, die ihm Gemeinschaft, Ordnung und neue Gewissheit gibt. Doch Erfahrungen von Verlust, Gehorsam und H rte reichen bis in die junge Familie hinein.
Johannes w chst in einer Welt auf, in der Zuneigung und Strenge, Schutz und Angst dicht nebeneinanderliegen. Er lernt, R ume zu lesen, Fragen zur ckzuhalten und den Urteilen der Erwachsenen mehr zu vertrauen als seiner eigenen Wahrnehmung.
Zugleich entsteht etwas Leises: die Ahnung, dass zwischen widerspr chlichen Urteilen ein Raum bleiben kann, der ihm selbst geh rt.
Ein Roman ber Familie und Herkunft, Krieg und Nachkriegszeit, Glauben und Gewissheit - und ber ein Kind, das fr h lernt, nach au en zu lauschen und allm hlich beginnt, auch die eigene Stimme zu h ren.