In der R ckschau nach mehr als zwei Jahrzehnten stellt das Ende der Spaltung Deutschlands durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik im Jahre 1990 keine so weltgeschichtliche Z sur dar wie der Zusammenbruch des "Dritten Reiches" im Jahre 1945 - auch wenn die Ereignisse und Umst nde des Mauerfalls in der Nacht vom 9. zum 10. November in der DDR einen H hepunkt der deutschen und der europ ischen Geschichte bildeten. Im Vergleich zu hnlichen Ereignissen in fr heren Zeiten sind Elemente von vermuteten Gesetzm igkeiten erkennbar, die seit langem bekannt sind. Rahmenbedingungen, Zuf lle, das Handeln von umsichtigen sowie mit politischer und sozialer Blindheit geschlagenen Einzelpersonen und Gruppen begegnen uns hier ebenso wie bei den gro en Revolutionen der Vergangenheit. Es geht in dem vorliegenden Essay jedoch nicht um die Typologie eines revolution ren Vorgangs, der sich in wenigen Wochen vollzog, sondern um die Vorgeschichte eines wichtigen Ereignisses, das eine k nftige Friedensepoche einleiten k nnte. Die Epoche nach der Katastrophe des "Dritten Reiches" verdient um so mehr in ihrer Widerspr chlichkeit betrachtet zu werden, als sie durch die Ereignisse um den 9. November 1989 in neuem Licht erscheint.
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