Apokalypse bedeutet ursprünglich nicht zuerst Weltuntergang, sondern Offenbarung, Enthüllung, Aufdeckung des Verborgenen.
Aber die vier apokalyptischen Reiter haben eine bestimmte Vision: Sie wollen die Welt verändern. Der Krieg ist die politische Waffe, um eigene Wünsche und Vorstellungen durchzusetzen. Die Schlacht ist quasi der Verhandlungstisch.
Der erste Reiter ist der glorreiche Visionär und Waffenträger mit Bogen. Er greift nach Macht und Krone. So wie Alexander der Gro e, Napoleon oder Hitler.
Der zweite Reiter ist der Krieg selbst. Der Krieger bekriegt die Welt mit seinem Schwert.
Der dritte Reiter ist die Wirtschaftskrise und die Kriegswirtschaft. Es herrscht Lebensmittelmangel, und das Geld verliert seinen Wert.
Der vierte Reiter ist der Tod selbst. Er symbolisiert alle Kriegsopfer durch Seuchen, Viren und Kriegswunden. Das Trauma hei t sein Pferd, und es kann kaum stehen. Sogar sein Pferd ist krank und hat viele Wunden.
Obwohl das Thema der vier Reiter bereits 2.000 Jahre alt ist, wiederholt sich das Kriegsschema immer wieder.
Es ist das uralte Schema F.
Es gibt zuerst immer einen, der den Krieg durch Lügen begründet und alle von seiner Notwendigkeit überzeugt. Er verspricht einen schnellen, glorreichen Sieg. Er zeigt seinen Kriegsbogen und versucht, allen Angst zu machen.
Dann kommt es zu einem heiligen Krieg. Und Blut flie t. Der Krieg kann nicht beendet werden.
Aber der erste Reiter hat kein Gewissen. Ihm geht es nur um seine Ziele. Er ist ein zynischer Militärführer und menschenverachtender Kriegsherr.
Dann folgen wirtschaftliche Krisen und schwere Zeiten. Dann werden Generationen durch den Krieg traumatisiert, und die Opferzahlen bei Soldaten und Zivilisten sind enorm.
Die Folgen des Krieges sind immens, und die erhofften Ziele werden doch nicht erreicht.
Trotzdem wird es immer wieder versucht.
Also sind die vier apokalyptischen Reiter doch immer wieder unterwegs: im Namen Apollyons, des Zerstörers; im Namen Apollos, des Bogens, der Seuche und des tödlichen Fernschusses; und im Namen des Kriegsgottes Ares.
Alle vier bleiben taub für den Satz: "Nie wieder Krieg." Also doch: Die Geschichte wiederholt sich.