Hermann Josef Abs war es bei den Verhandlungen zum Londoner Schuldenabkommen in seiner Funktion als deutscher Verhandlungsf?hrer 1953 gelungen, eine umfassende Regelung der deutschen Auslandsschulden zu erreichen. Mag das Zustandekommen des Abkommens aus heutiger Sicht einfach und m?helos anmuten, unter den seinerzeitigen Rahmenbedingungen war die Verhandlungsf?hrung eine diplomatische Glanzleistung. Eine vielsagende Anekdote des einerseits kompromi bereiten, anderseits jedoch strate- gisch unbeirrbaren Abs, wiedergegeben bei einem Vortrag 1983, soll dies verdeutli- chen: 1952, w?hrend der Londoner Verhandlungen, schrieb Geheimrat Vocke, damals Leiter der Bank deutscher L?nder, hinsichtlich des Schuldenabkommens an den Bun- deskanzler Adenauer " . . . aber eines ist sicher, es kann schon heute mit Sicherheit gesagt werden, da das Ziel der deutschen W?hrungspolitik, die Konvertibilit?t der Deutschen Mark zu erreichen, durch das Abkommen in unabsehbare Ferne ger?ckt ist. " Abs, von Adenauer zur Stellungnahme zu dieser Aussage aufgerufen, schrieb kurz und knapp: "Sehr verehrter Herr Bundeskanzler, ich erhielt ihren Brief und habe ihn mit Interesse gelesen. Ich kann nur bemerken, da das Londoner Schuldenabkommen f?r das Erreichen der Konvertibilit?t der Deutschen Mark kein Hindernis, sondern die Voraussetzung ist. Mit freundlichen Gr? en Ihr Abs" Der seinerzeit zu den engsten Beratern des Bundeskanzlers Adenauer geh?rende Abs sollte recht behalten. Das Abkommen war eine entscheidende Grundlage daf?r, da die junge Bundesrepublik Deutschland im Ausland rasch Vertrauen und Kreditw?rdigkeit, als Voraussetzung f?r den wirtschaftlichen Wiederaufbau, gewann. Die Konvertibilit?t der Deutschen Mark war schneller hergestellt als viele es erwartet hatten.
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