Nach dem Westfälischen Friedensschluss von 1648 ging das kriegerische Treiben in Europa nahtlos weiter. Die deutschen Klein- und Kleinststaaten bekriegten sich gegeneinander, der deutsche Kaiser in Wien legte sich wiederholt mit den Franzosen an, und die Franzosen hatten ihren Hauptfeind jenseits des Kanals. Hier ging es nicht nur um die Vormacht in Europa, sondern gleich in der ganzen Welt. Auch dürfen Russland und die Türkei nicht unerwähnt bleiben. Sie mischten sich tatkräftig in die europäischen Konflikte ein. Und die nördlichen Nachbarn Deutschlands, Dänemark und Schweden, versuchten in Konkurrenz zueinander ihren jeweiligen Einfluss in Zentraleuropa zu stärken. Borchardt beschreibt die Auseinandersetzungen auch im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Bevölkerung in Europa. Die Rücksichtslosigkeit, die die Staatenlenker und Feldherren dabei an den Tag legten, erklärt Borchardt aus den politischen und militärischen Notwendigkeiten, die sich aus der Staatsraison ergeben. ,,Im Übrigen verdient es Erwähnung, dass der kaiserliche Feldherr Prinz Eugen die rücksichtslose Verwüstung des Bayernlandes - obwohl es doch deutsches Land war - ganz ebenso beabsichtigte und auch ins Werk setzte, wie das die Franzosen 1689 in der Pfalz getan hatten. In einem vor der Schlacht geschriebenen Briefe des Prinzen heißt es wörtlich: ,So sehe ich letztlich kein anderes Mittel, als dass endlich das ganze Bayernland, samt allen umliegenden Bezirken totaliter verheert und verwüstet werden müsste, um fürs Künftige denen Feinden die Gelegenheit zu benehmen, dass sie weder aus dem Bayernland noch sonsten dort herum den Krieg nicht länger prosequieren (fortsetzen) können.' Der Wortlaut zeigt, dass der Prinz sich dabei keiner besonderen Brutalität bewusst war, sondern dass ihm die Verwüstung einfach als notwendiges Kriegsmittel erschien, um bestimmte militärische Zwecke zu erreichen." Der zweite Band der ,,Deutschen Geschichte" von Julian Borchardt beschränkt sich nicht auf den Abdruck des unvollständigen handschriftlichen Manuskriptes bis in die Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg. Die Herausgeber fügen eine kritische Sichtung der Lehrpläne und Schulbücher für Geschichte der vergangenen 130 Jahre zum Thema ,,Friedrich II." hinzu und arbeiten die wesentlichen Unterschiede der Geschichtsbetrachtung zwischen autoritären, demokratischen, faschistischen und realsozialistischen Herrschaften heraus.
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