In dieser Satire wird gezeigt, wie die Welt des spie igen Kleinb rgers Sebastian - trotz einiger liebenswerter und mitf hlender Eigenschaften - ihn und seine Umwelt in bizarre und kuriose Situationen bringt.
Ein l ngerer Krankenhausaufenthalt und seine Gebrechlichkeit w hrend der ersten Phase der Rekonvaleszenz machen die Anschaffung einer fahrbaren Gehhilfe f r Sebastian notwendig. Sein speziell ausgesuchter und mit allen Komfort ausgestatteter Rollator wird bald zu seinem besten Freund. Speed Jazz Oskar wie er ihn nennt, ist geduldig, h rt ihm zu und akzeptiert die Befehlsgewalt von Sebastian ohne zu widersprechen.
Selbst als Sebastian mobil wird, verzichtet er nie auf die Begleitung seines Freundes Speed Jazz Oskar. Obwohl Sebastian wieder an Lebensqualit t gewinnt, bleibt er weiterhin launisch, muffig und misslaunig. Sebastian k mpft gegen alles, was ihm in seinem fanatischen Zwang nach Ordnung ein Gr uel ist.
Die Autorin begleitet Sebastian nicht nur augenzwinkernd in seiner Welt der Kleinb rgerlichkeit, sondern zeigt auch wie sein Lebensinteresse wieder erwacht und er an weltlichen Ver nderungen und technischen Neuheiten Anteil nimmt. Diese liebensw rdigen Seiten von Sebastian kommen jedoch wegen seines extremen Ordnungszwangs und seinem Streben nach Dominanz nur exzentrisch und skurril zur Geltung. Mit einer kr ftigen Portion an Humor zeigt die Autorin wie dieses doppeldeutige Verhalten zu grotesken aber auch Tier und Mensch gef hrdenden Situationen f hrt. In seinem permanenten Bestreben seine Umgebung nach seinem Gutd nken zu gestalten, geht Sebastian letztlich sogar ber Leichen.
Was andere Leser/Leserinnen dazu sagen"Der Rollatormann - kein Held, sondern eher ein Antiheld, fast ein Don Quijote der Gegenwart mit aus den Fugen geratenen Idealen in einer aus den Fugen geratenen Welt. An seiner Seite kein edles Pferd, sondern ein personifizierter Rollator, mit dem er sich auf die Reise begibt, vielleicht seine letzte, ohne zu wissen, wohin und wozu.
Der Rollatormann - eine komische und zugleich auch furchtbar traurige Figur, mit der man oder frau sich nur unfreiwillig identifizieren m chte.
Ingrid Bergner beschreibt die Figuren in ihrem Roman so wie sie sind und nicht, wie sie gern w ren oder sein sollten, und das mit gnadenloser Genauigkeit.
Entstanden ist kein nettes, aber ein absolut gutes Buch mit viel Stoff zum Nachdenken, zum Beispiel ber das lterwerden, die Menschen und das allzu Menschliche, vielleicht auch ber das Leben. Gleichzeitig bringt uns die Autorin aber auch immer wieder zum Schmunzeln, denn es gibt viele witzigen Passagen im Text sowie Ironie und Sprachwitz.Der Rollatormann liest sich leicht, ist aber in seiner Ambivalenz vielleicht nicht ganz so leicht zu verstehen, doch es zahlt sich aus, es zu versuchen. Ich finde den Roman jedenfalls sehr gelungen und freue mich schon auf weitere Werke der Autorin."
Brigitte M rtl auf Goodreads: https: //www.goodreads.com/review/show/3490187715.