Um zu verstehen, warum die im Allgemeinen friedliche und nicht-expansionistische F hrung sterreich-Ungarns das relativ kleine K nigreich Serbien als eine derart existenzielle Bedrohung f r ihren Fortbestand betrachtete, dass sie bereit war, einen allgemeinen europ ischen Krieg zu riskieren, um es auszul schen, muss man zun chst die Mentalit t der politischen Klasse der Habsburgermonarchie verstehen. Die Weltanschauung, die die gebildete Bev lkerung der Monarchie pr gte, basierte auf der Vorstellung von der Untrennbarkeit von Sprache und Nationalit t sowie vom Vorrang des Nationalstaates im politischen Bereich. Die intellektuellen Verbindungen zwischen Sprache und Nation, die von den Philosophen der Aufkl rung und der Romantik hergestellt wurden, wurden im 19. Jahrhundert vom dominierenden liberalen Establishment aufgegriffen und von einer Reihe von Nationalhistorikern historisch untermauert. Diese historischen Interpretationen f hrten zu einem Gef hl der Dringlichkeit, die ethnolinguistischen Anomalien der Monarchie zu l sen. Das Scheitern bei der L sung dieser internen Probleme f hrte zur Suche nach einer externen L sung und letztlich zum Krieg mit Serbien.
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