Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Russistik / Slavistik, Note: 1,7, Universit t Konstanz, Veranstaltung: Der "geborene Verbrecher" in der russischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Entwicklung der kriminologischen Theorien in der zweiten H lfte des 19. Jahrhunderts in Russland wurde von einem Diskurs zwischen Literatur und Wissenschaft begleitet. Nicht nur die franz sische, sondern auch die italienische Schule spielte bei diesem Diskurs eine gro e Rolle, wobei Erstere sich verst rkt mit dem Thema Degeneration/Entartung im psychiatrischen Sinne auseinandergesetzte, w hrend Letztere Cesare Lombrosos kriminalanthropologische Theorien zur Grundlage hatte. Die franz sische ging wie die italienische Schule davon aus, dass es neben dem Kulturmenschen, dem durchschnittlichen Mitglied der Gesellschaft, eine andere Form des Menschen, den sogenannten verhinderten Menschen, gab, der eine Art biologische Andersartigkeit aufweist. Diese biologische Andersartigkeit kann zum einen in einer ausgepr gten Triebhaftigkeit bzw. im moralischen Irrsinn nachgewiesen werden. Zum anderen tragen solche verhinderte Menschen ihre biologische Andersartigkeit in Form von bestimmten Stigmata mit sich und k nnen somit aufgrund ihrer k rperlichen Merkmale als solche identifiziert werden. Die Theorien von Lombroso ber Atavismus fanden in Russland gro en Anklang und wurden zus tzlich durch sozialwissenschaftliche Theorien erg nzt. Demnach gab es nicht nur "geborene Verbrecher", sondern ebenfalls solche, die durch gewisse Milieueinfl sse zu einem solchen werden konnten.1 In der russischen Literatur griff eine Vielzahl von Wissenschaftlern und Schriftstellern die Thematik des "geborenen Verbrechers" auf und versuchte entweder die Theorien von Lombroso zu st rken oder diese zu negieren. So etwa Lev Tolstoj, der in seinem Roman "Voskresenie" (1899) Lombrosos Theorien ber den "geborenen Verbrecher" zu widerlegen suchte. Weitere Autoren, wie etwa
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