Wie in Wien so erlebt auch in Berlin, Frankfurt, Darmstadt und andernorts das volkst mliche Unterhaltungstheater im 19. Jahrhundert eine Bl tezeit mit der Posse als der dominierenden Gattung. In Berlin gibt David Kalisch der bereits etablierten Gattung ein deutlich pr gnanteres Profil, n mlich mittels seines satirischen Witzes und durch oft verdeckte, aber f r Eingeweihte erkennbare politische Bez ge - vor allem vor und in der Zeit der M rz-Revolution -, so dass er verschiedentlich sogar als "Vater der Berliner Posse" bezeichnet wird. Wenn bis dahin Juden zumeist in Nebenrollen und vielfach als l cherliche und verspottete oder als moralisch zweifelhafte Figuren auftreten, so ist das bei Kalisch nicht grunds tzlich anders, obwohl er selbst j discher Herkunft ist. Allerdings ist es just ihm zu verdanken, wenn in einer bis ins 20. Jahrhundert hinein erfolgreichen Posse - "Einer von unsere Leut'"- eine rein positiv gezeichnete j dische Hauptfigur begegnet und Aspekte des Lebens von Juden in der nicht-j dischen Umgebung in Deutschland thematisiert werden. Die hier zusammengestellten St cke bieten das ganze Spektrum unterschiedlicher j discher Figuren in Kalischs St cken.