Die Wertfreiheit der Wissenschaft gilt als Bedingung ihrer Objektivit t. Eine Analyse des entsprechenden Wertfreiheitsideals zeigt jedoch, dass dieses auf einer Reihe von Voraussetzungen beruht - wie der Trennbarkeit kognitiver von anderen Werten und der epistemischen Unabh ngigkeit der Rechtfertigung - die sich als problematisch erweisen. Eine Fallstudie zur Frauengesundheitsforschung untermauert zudem, dass die M glichkeiten f r Werteinfl sse in der Wissenschaft weit komplexer sind, als dieses Ideal zu erfassen vermag. Daher bietet ein sozialepistemologischer Ansatz, der auf Wertvielfalt statt Wertfreiheit setzt, die bessere Grundlage f r Objektivit t: Epistemische Vertrauensw rdigkeit erfordert nicht Neutralit t, sondern einen pluralistischen und konsensorientierten kritischen Prozess.
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