Kann man ein Herz reparieren, ohne das eigene zu verlieren?
Mit vierunddrei ig Jahren hat Dr. Johanna Vogt ihr Privatleben gegen chirurgische Exzellenz eingetauscht. Als neues Herzst ck des Berliner Herzzentrums beherrscht sie jeden Schnitt, jede Statistik und jeden Herzschlag ihrer Patienten mit der Pr zision eines Metronoms. F r sie sind Emotionen ein Risikofaktor, den sie sich nicht erlauben darf. Bis sie die T r zu Zimmer 412 ffnet.
Frieda Neumann ist achtundzwanzig Jahre alt, und Krankenh user sind seit fast einem Jahrzehnt ihre einzige Realit t. Verdammt dazu, auf ein Spenderorgan zu warten, das nicht kommt, berlistet sie die Zeit und den Tod, indem sie das Leben auf den Seiten ihres Skizzenbuchs einf ngt. Sie erwartet nichts mehr von der Medizin und noch weniger von den rzten. Aber sie erinnert sich an Johanna. Sie erinnert sich an die unnahbare Oberstufensch lerin, die sie einst durch die Glasscheibe des Chemiesaals beobachtete.
Zwischen der Chirurgin, die Gef hle verweigert, und der Patientin, die nichts mehr zu verlieren hat, beginnen die Krankenhausregeln zu br ckeln. Aus Routinevisiten werden n chtliche T te- -T tes, und das klinische Schweigen weicht einer elektrisierenden, verbotenen Intimit t.
Als sich Friedas Zustand verschlechtert, st rzt sich Johanna in einen unerbittlichen Wettlauf gegen die Zeit und die Verwaltung, um die Genehmigung f r eine v llig neue, experimentelle Behandlung zu erk mpfen. Doch die Frau zu operieren, die man liebt, ist die h rteste Pr fung f r die H nde einer Chirurgin. Wenn Johanna scheitert, verliert sie ihre Zukunft. Wenn sie Erfolg hat, muss sie auf Distanz gehen, um die Ethik ihres Berufs zu wahren.
In den sterilen Fluren Berlins m ssen zwei verwundete Seelen einen Rhythmus neu erlernen, den keine Maschine diktieren kann: den eines Lebens, das sich seine Rechte zur ckholt.