Das Motiv des Selbstmords zieht sich von Gerhart Hauptmanns Fruhwerk, etwa dem Versepos Promethidenlos (1885), bis zu seinem Spatwerk Atridentetralogie (1944) durch alle Phasen und Gattungen seines rund 60-jahrigen Schaffens. In nicht weniger als 19 Dramen spielt die Selbsttotung eine zentrale Rolle. Dennoch wurde der Suizid als Kernmotiv Hauptmannschen Schreibens bislang nicht eingehender untersucht. Dies wird nun erstmals auf mehreren Ebenen geleistet. Zunachst wird anhand zum Teil noch nicht publizierter Tagebuchaufzeichnungen und der uberlieferten Bibliothek Hauptmanns die lebenslange Beschaftigung des Schriftstellers mit dem Phanomen des Selbstmords in den Blick genommen. Neben zahlreichen philosophischen Schriften uber den Suizid rezipierte Hauptmann eine grosse Bandbreite literarischer Werke, in denen das Motiv des Selbstmords eine zentrale Rolle spielt und die somit eine wichtige intertextuelle Bezugsgrosse zu seinem Werk darstellen. Der Hauptteil dieser Motivstudie setzt sich zum Ziel, die umstrittene Disziplin der Motivforschung auf eine solide methodische Grundlage zu stellen. Hierfur werden die bislang getrennten Bereiche der synchronen Motivanalyse, die die Funktion des Motivs innerhalb einzelner Texte betrachtet, und der diachronen Motivgeschichte, die den Wandel eines Motivs uber langere Zeitspannen beleuchtet, kombiniert.
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