Die vorliegende Studie versucht den Begriff des Liminalen bei Victor Turner neu zu lesen. Das Liminale ist f r ihn in tribalen Riten ein Bereich, in dem sich die Begegnung mit einer absoluten Kontingenz kontrolliert vollziehen kann. Hier wird eine Kreativit t m glich, durch die gesellschaftliche Strukturen hinterfragbar werden. Zugleich ist es aber auch eine Sph re, in der Individuen durch psychosoziale Transformationsprozesse ihre sozialen Rollen wechseln k nnen. Von der Wissenschaft wird oft ignoriert, dass Turners Beschreibung liminaler Ph nomene von seiner existentiell-religi sen Sicht ma geblich beeinflusst wurde. Dies f hrt in seinem Denken zu einer Idealisierung des Liminalen, die es notwendig macht, zentrale Schl sselbegriffe neu zu lesen und begrifflich zu 'rejustieren': so werden auch 'Schattenseiten' liminaler Ph nomene besser analytisch erfassbar. Auch zeigt sich, dass es bei der bertragung des Liminalit tskonzepts auf komplexere Gesellschaften n tig ist, die Begrifflichkeit zu erweitern, was eine angemessenere Trennsch rfe in der Beschreibung verschiedenster liminaler Ph nomene erm glicht.
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