Das letzte Regierungsjahr der gro en Koalition vor der erst- und einmaligen Wahl eines sozialdemokratischen Ministerpr?sidenten in Bayern im Dezember 1954 war f?r die Staatsregierung ein schwieriges. Durchgehendes Thema in den 51 Protokollen des Jahres 1954 ist die prek?re Haushaltslage, die zu erheblichen Dissonanzen zwischen den Ressorts f?hrte. Schwindende Steuereinnahmen und eine f?r die L?nder nachteilige Steuerreform des Bundes sowie Besoldungsanspr?che der bayerischen Beamtenschaft, dringende Investitionen in die Infrastruktur und finanzielle Forderungen aus dem Landtag im Wahljahr 1954 erschwerten eine geordnete Haushaltsaufstellung und machten den Verkauf von Staatsbeteiligungen erforderlich. Gegen?ber dem Landtag geriet die Staatsregierung durch die Arbeit zweier Untersuchungsaussch?sse zur ?berpr?fung der Vergabe von Krediten durch den Freistaat wiederholt in die Defensive. Auch externe Ereignisse wie die Flutkatastrophe in Ober- und Niederbayern oder der gro e Metallarbeiterstreik im Sommer 1954 stellten unvorhergesehene Herausforderungen dar. Eine bemerkenswert geringe Rolle spielt die Bundespolitik. Das gro e au enpolitische Ereignis des Jahres 1954, das Scheitern des EVG-Vertrages, findet in den Protokollen keinerlei Erw?hnung. Wichtiger war der Besuch des Ausschusses zur Neugliederung des Bundesgebietes in Bayern, dessen Arbeit von der Staatsregierung misstrauisch beobachtet wurde.
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