Sie fürchteten den Feind im Nebel. Bis sie ihm ins Gesicht sahen.
Ostfront, Herbst 1943. In der Senke Dora-Sieben ist das III. Bataillon unter dem Kommando von Hauptmann Friedrich von Stein von der Hauptstreitmacht abgeschnitten. Ein undurchdringlicher, eiskalter Nebel hat die Stellung umschlossen. Die Schützengräben versinken im Schlamm, das Funkgerät empfängt nur noch totes Rauschen, und das Warten zermürbt die Nerven der Männer.
Als der Angriff aus dem wei en Nichts erfolgt, trifft die Einheit auf einen Gegner, der jeden ihrer Schritte vorauszusehen scheint. Die Angreifer agieren lautlos und mit einer furchteinflö enden, maschinellen Präzision. Sie kennen jeden toten Winkel der Verteidigung und nutzen ein blindes, fehlerfreies Timing. Doch das wahre Grauen beginnt erst nach dem Gefecht.
Als Friedrich und sein Stabsarzt die ersten feindlichen Gefallenen bergen, um Aufklärung zu gewinnen, zerbricht ihre militärische Logik. Nichts an diesem Gegner fügt sich in die bekannte Realität des Krieges ein. Die feindlichen Linien, die zurückgelassene Ausrüstung und das absurde Fehlen jeder Identität verhöhnen alle physikalischen und taktischen Gesetze. Und als sie schlie lich den Dreck von dem Gesicht eines toten Angreifers waschen, blicken sie in einen Abgrund, der weitaus grausamer ist als jeder Artillerieschlag. Sie sto en auf ein unmögliches Rätsel, das den letzten Rest ihres Verstandes augenblicklich in Stücke zu rei en droht.
Gefangen in einem klaustrophobischen Kessel aus eskalierender Paranoia, zersplitternder Realität und dem ständigen Kampf gegen das Erfrieren, muss Friedrich seine Männer vor dem endgültigen Wahnsinn bewahren. Denn der Feind drau en im Nebel bereitet bereits den nächsten, vernichtenden Schlag vor. Und er kennt Friedrichs Befehle, bevor dieser sie überhaupt erteilt hat.
Ein beklemmender, fatalistischer Roman, der gnadenlosen historischen Realismus mit schleichendem, psychologischem Sci-Fi-Horror verwebt. Eine Reise an die äu ersten Grenzen des menschlichen Verstandes.