Wie ver nderte das Christentum die Art und Weise, in der die Vergangenheit erz hlt, geordnet und erkl rt wurde?
Das fr he Mittelalter: Ein historiographischer Rahmen untersucht die Transformation der Geschichtsschreibung im lateinischen Westen zwischen dem 5. und 11. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen nicht die Ereignisse dieser Epoche selbst, sondern die Verfahren, mit denen Autoren und Gemeinschaften Vergangenheit ausw hlten, strukturierten und mit Bedeutung versahen.
Von den sp tantiken Voraussetzungen bei Eusebius von Caesarea, Augustinus von Hippo und Orosius ber die Historiker der nachr mischen K nigreiche bis zu Beda sowie zur annalistischen, chronikalischen und hagiographischen Produktion monastischer Milieus verfolgt die Studie den Wandel von Zeitvorstellungen, Kausalit tsmodellen, Quellenauswahl, narrativen Gattungen und institutionellen Funktionen.
Dabei stellt sie die Vorstellung infrage, die fr hmittelalterliche christliche Historiographie sei lediglich eine Degradierung klassischer Modelle gewesen. Stattdessen zeigt sie eine Neuordnung der Geschichtsschreibung: Antike Techniken, Autorit ten und Materialien blieben erhalten, wurden jedoch neuen Vorstellungen von Zeit, Gemeinschaft und Legitimit t untergeordnet.
Ein historiographischer Rahmen f r das Verst ndnis jener Jahrhunderte, in denen sich nicht nur die politische Ordnung des Westens wandelte, sondern auch die Bedingungen, unter denen Geschichte geschrieben und erinnert wurde.