Die biblische Urgeschichte bedenkt die Entstehung der Welt und ihrer Ordnung, das Woher des Menschen und die Urspr nge der Kultur. Sie ist Ausdruck f r die in antiken Kulturen weitverbreitete und nach dem damaligen naturkundlichen Kenntnisstand durchdeklinierte Grund berzeugung, dass alles Gegenw rtige und alles Zuk nftige sein Wesen im Anfang erhalten hat. In diesem Sinne bietet die biblische Urgeschichte weniger eine Erkl rung der Entstehung der Welt, sondern ist in erster Linie ein Versuch, die Erfahrung des Menschen mit sich und seiner Umwelt deutend zu verstehen. Im Zentrum dieses Nachdenkens in beispielhaften Erz hlungen, zu denen sich naturkundliche, genealogische und geographische Ausf hrungen gesellen, steht der Mensch in seinen vielf ltigen Beziehungen zum Mitmenschen, zur nichtmenschlichen Sch pfung und zu Gott.
Jan Christian Gertz legt mit seinem Werk nunmehr in zweiter Auflage eine Kommentierung der Urgeschichte vor, deren Erz hlungen von Adam und Eva, Kain und Abel, der Arche Noach und dem Turmbau zu Babel wie wenige andere Literaturwerke unser Selbst- und Weltbild gepr gt haben. Der Kommentar bietet Lesern und Leserinnen innerhalb wie au erhalb des Faches eine klar verst ndliche Synthese der bisherigen Forschung und stellt die Urgeschichte in den Kontext der Literaturen des alten Vorderen Orients.