Peterswaldau, Schlesien, 1843. Der Hunger ist kein Gast mehr. Er wohnt hier.
Gustav Hentschel webt. Tag f r Tag, Jahr f r Jahr, bis der Rhythmus des Webstuhls sich in seine Knochen gefressen hat. Das Tuch, das er abliefert, ist gut - aber der Lohn, den er bekommt, reicht nicht f r Brot. Nicht f r die Miete. Nicht f r die Kinder. Die Verleger senken die S tze, die Schuldscheine werden l nger, und das System, das die schlesischen Heimweber in Abh ngigkeit h lt, ist so alt und so fest wie das Granit der Berge um sie herum. Anna Kollowitz arbeitet in der Zwirnerei. Sie sieht, was die Maschinen aus Manchester bedeuten: Ihre H nde werden bald ersetzbar sein. Johann Weigelt, der Pfarrer, liest im Propheten Amos und wei nicht, ob er Gott oder den Obrigkeiten schuldiger ist. Und der Landrat in Reichenbach tr gt die Befehle aus Berlin aus, die er nicht hinterfragt - bis er es muss. Im Sommer 1844 brechen die Weber aus. Nicht weil sie Revolution re sind. Sondern weil nichts mehr zu verlieren ist. Das Blutgericht erz hlt vom schlesischen Weberaufstand - einem der ersten gro en sozialen Aufst nde der deutschen Geschichte - aus der Perspektive derer, die ihn gelebt haben. Ein Roman ber W rde, Ersch pfung und den schmalen Grat zwischen Geduld und Verzweiflung. F r Leser von Heinrich B ll, Siegfried Lenz und Gerhart Hauptmanns Die Weber.