Die Sp tphase der deutschen Aufkl rungsbewegung stellt f r die Germanistik eine nach wie vor nur unzureichend angenommene Herausforderung dar. W hrend Grundlagen und praktische Unternehmungen der Sp taufkl rung recht gut erforscht sind, wei man ber ihre mannigfaltigen literarischen Verlautbarungen viel weniger. Ohne sie aber, das immerhin ist ansatzweise erkannt, l t sich das Literaturensemble um 1800 nicht angemessen erfassen. So geht es zun chst darum, mittels wechselweise komplement ren Fallstudien zu repr sentativen Autoren einen punktuellen Querschnitt durch wichtige Richtungen und individuelle Auspr gungen zu geben. Und zwar der Leitthese gem , literarische Sp taufkl rung (von Dichtung bis Zweck- oder Gebrauchsformen reichend) zu verstehen als eine vielgestaltige dominante Literaturstr mung etwa von 1770/75 bis gegen 1820, die im Unterschied zur vorherigen Aufkl rungsliteratur wesentlich von sozialpraktischen und reformerischen aufkl rerischen Belangen ausging und entschieden auf sie orientierte. Das Zentralanliegen des Bandes besteht darin: herauszuarbeiten, was durch das Medium Literatur an aufkl rerischen Vorstellungen, Prinzipien und Bestrebungen aufgegriffen und wie es verarbeitet wurde. Angewandt werden sozialgeschichtliche Verfahrensweisen, die die n tigen bergreifenden kulturhistorischen wie auch speziellere (z.B. medien- und mentalit tsgeschichtliche) Darlegungen organisch zu integrieren erlauben.
Inhalt: Die Literatur im Ensemble der deutschen Sp taufkl rung. Eine einleitende Problemskizze. - Christoph Martin Wieland, Priester der Musen im Dienst milder Humanit t und Aufkl rung. - Gef hl, Einbildungskraft, Gemeinsinn. Aspekte weiblicher Literatur und Aufkl rung aus der Sicht Sophie von La Roches. - Zwischen patriotischer Sp taufkl rung und religi ser Gegenaufkl rung. Lorenz Westenrieder, der 'Praeceptor Bavariae'. - Gemeinsinnige streitbare Publizistik im Glauben an Wirkungsmacht der 'Publizit t'. Wilhelm Ludwig Wekhrlin. - Vom reformerischen zum revolution r demokratischen und liberalen Aufkl rertum. Entwicklungen politisierter literarischer Sp taufkl rung am Beispiel Georg Friedrich Rebmanns. - Berliner Sp taufkl rung offensiv. Friedrich Nicolais Kontroverse mit den Klassikern und Fr hromantikern (1796-1802). - "Zwischen gebildeten und ungebildeten Lesern keinen Unterschied erkennend". Johann Peter Hebels literarische Volksaufkl rung im Kontext seines beruflichen Wirkens.