Was f hrt und h lt Menschen zusammen? Was konstituiert Gesellschaft? Was erzeugt soziale Koh sion? F r Marcel Mauss und die Anthropologie in seiner Spur ist die Trias von Geben, Annehmen und Erwidern der 'Felsen', auf dem menschliche Gesellschaften ruhen. Doch welche Rolle spielen dabei sthetische Ph nomene und Kunst? In den ethnologisch beobachteten Gabenpraktiken haben sthetische Dimensionen laut Mauss eine entscheidende Funktion, dennoch bleibt dieses Thema in Anthropologie/Ethnologie, Soziologie und Philosophie bestenfalls am Rand.
Die vorliegende Studie fragt nach der intrinsischen Beziehung von Gabenpraxis und sthetik/K nsten. Indikatoren daf r sind die Semantiken von charis im Altgriechischen und von grazia, grace, Grazie etc. in den modernen Sprachen: Sie enthalten die Beziehung von riskantem gegenseitigen Geben, ritualisierter Interaktion und gehobener Emotionalit t. Das Buch verfolgt diese Verbindung in historisch unterschiedlichen Szenarien: in griechischen Trag dien, in K nstleranekdoten der r mischen Kaiserzeit, im fr hneuzeitlichen Ideal von h fischer Sozialit t und Diplomatie, in theoretischen Schriften Schillers und in der postavantgardistischen Kunst von Fluxus.