Wie eine Medizin, die immer mehr leisten kann, am Ende selbst zum Problem wird.
In diesem Werk wird nicht nur das Leben und Wirken von Ivan Illich beschrieben. Seine ber hmte Streitschrift Die Nemesis der Medizin dient als Ausgangspunkt f r die Frage, was von seiner radikalen Kritik an der modernen Medizin f nfzig Jahre sp ter noch Bestand hat.
Ivan Illich wurde 1926 in Wien geboren, studierte Naturwissenschaften, Theologie und Philosophie und wurde Priester. Nach Stationen in New York, Puerto Rico und Mexiko sowie Konflikten mit dem Vatikan entwickelte er sich in den 1970er-Jahren zu einem der bekanntesten Kritiker moderner Institutionen. Schule, Technik und Medizin betrachtete er unter derselben Frage: Was geschieht, wenn eine Institution so m chtig wird, dass sie beginnt, ihr eigenes Ziel zu untergraben?
In Die Nemesis der Medizin unterschied Illich zwischen klinischer, sozialer und kultureller Iatrogenese. Seine Kritik reichte damit weit ber Behandlungsfehler hinaus. Er fragte, ob eine immer umfassendere medizinische Versorgung Menschen zugleich F higkeiten nimmt, selbst mit Krankheit, Schmerz und Tod umzugehen.
Das vorliegende Werk pr ft diese Thesen aus heutiger Sicht. berdiagnose, "Too Much Medicine", digitale Selbstvermessung, Covid-19 und die nordamerikanische Opioidkrise zeigen, wie aktuell manche seiner Fragen geblieben sind. Zugleich wird Illich deutlich widersprochen, wo seine Aussagen zu pauschal, empirisch nicht haltbar oder von einer problematischen Vorstellung des Leidens gepr gt sind.
Behandelt werden unter anderem:
Leben, Werk und Wirkung Ivan IllichsEntstehung und Rezeption von Die Nemesis der Medizinklinische, soziale und kulturelle IatrogeneseMedikalisierung von Schmerz, Krankheit und Tod berdiagnose und digitale MedizinCovid-19 und die OpioidkriseIllich im Vergleich mit anderen Stimmen der MedizinkritikIrrt mer und Grenzen von Illichs KritikIllich hat manches erstaunlich fr h erkannt und anderes deutlich falsch eingesch tzt. Gerade deshalb lohnt sich die Frage neu: Wann hilft mehr Medizin - und wann beginnt sie, selbst neue Probleme zu erzeugen?
Autor: Dietram Dombrowski