Heroische Entw?rfe sind in der Barockzeit in allen Abteilungen der "K?nste und Wissenschaften" reich vertreten. Worin ihr Wesen besteht, scheint unmittelbar einsichtig zu sein. Wenigstens in politischen Zusammenh?ngen, die hier im Mittelpunkt stehen, wird aber bei n?herem Hinsehen vieles unklar. Vor allem naheliegende moralische Definitionsversuche erweisen sich als unzul?nglich, sobald das Heroische in den Dienst der "Politik" genommen wird. Zwar ordnet sich dem Helden eine funktionale Bestimmung zu: Als Statthalter des Urspr?nglichen und Allgemeinen erf?llt er eine wichtige Legitimationsaufgabe. Doch in der Zeit der Interessenpolitik und des Zerfalls abendl?ndischer Universalit?t in auseinanderstrebende Partialgebilde verliert gerade die Behauptung interessen?bergreifender Integrit?t an ?berzeugungskraft. "Politische" Mittel m?ssen deshalb die moralische ?berlegenheit glaubw?rdig machen. So wird das Heroische Teil einer auf Konkurrenz und ?berbietung angelegten politischen Psychologie. So sehr es sich der Stabilisierung einer un?berschaubar gewordenen politischen Szenerie verschreibt, so sehr partizipiert es doch selbst an Modernisierungs- und Dynamisierungsprozessen. Da das 17. Jahrhundert einen Gipfelpunkt, zugleich aber auch eine Selbstaufl?sung heroischer Symbolik in der Politik erlebt, m?chte das Buch an Ethiken, Politiken, Hofmannslehren, heroischen Romanen und genealogischer Literatur zeigen.