In seinen letzten Lebensjahren zeichnete Paul Klee ber 60 Engel- oft nur aus wenigen Bleistift-Strichen; manchmal sogar nur aus einem Strich. Das Interessante und Besondere an diesen Engeln: Sie entsprechen so gar nicht dem typischen Engelsbild- ebenso wenig wie ihre Namen. Er nennt sie etwa: "Noch tastend", "Engel im Kindergarten", "unfertiger", "bald fl gge", "zweifelnder", "d rstender", "kokett", "im Schreiten noch unerzogen"... Klee schafft also keine perfekten himmlischen Gestalten, sondern Wesen voller Erdenschwere, die auf dem Weg sind: liebenswert mit ihren zutiefst menschlichen Bed rfnissen, N ten, Schw chen und Regungen und herausgefordert von dem, was sie umgibt. Wir sehen ihre Fl gel, w hrend sie selbst sich ihres Getragen-Seins und des Himmels (noch) nicht sicher sind. Klee schuf seine meisten Engel zwischen 1938 und 1940. Sie spiegeln die bedrohliche Weltlage dieser Zeit, in der seine Kunst als "entartet" diffamiert wurde, er ins Exil ging und an einer fortschreitenden Erkrankung litt. Paul Klee sagt: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Was diese Engel f r uns sichtbar machen, haben wir versucht, poetisch ins Wort zu fassen.
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