Auslegung der Bergpredigt - Sozzinis Kommentar zu Matth us 5-7
Die Bergpredigt gilt als das Herzst ck der Lehre Jesu. Fausto Sozzini (1539-1604), einer der bedeutendsten Theologen der Reformationszeit, legte sie mit einer f r sein Jahrhundert ungew hnlichen philologischen Strenge und intellektuellen Konsequenz aus - Vers f r Vers, Kapitel f r Kapitel.
Was Sozzinis Auslegung besonders macht
Sozzini liest die Bergpredigt nicht als frommen Appell, sondern als zusammenh ngende Rede Christi, deren innere Logik es freizulegen gilt. Er beginnt beim griechischen Wortlaut: Was bedeutet makarios - "selig" - wirklich? Was ist mit der "Armut im Geiste" gemeint? Wie verhalten sich die Seligpreisungen bei Matth us zu jenen bei Lukas? Er vergleicht griechische, syrische und lateinische Handschriften, identifiziert sp tere Texterg nzungen und unterscheidet prophetisches Reden von blo er Weisheitsrede. Was entsteht, ist kein dogmatisches Traktat, sondern ein denkendes Ringen mit dem Text.
Ein Werk, das unvollendet blieb
Sozzini hat seinen Kommentar nicht zu Ende f hren k nnen: Der vorliegende Text endet mitten in Kapitel 6 des Matth usevangeliums. Kapitel 7 - die Abschnitte ber das Richten, das Gebet und den schmalen Weg - blieb unkommentiert. Was wir besitzen, ist also ein Fragment, aber ein au erordentlich reiches: Hunderte von Seiten minuti ser Auslegung, die zeigen, wie ein Denker des 16. Jahrhunderts die Schrift mit philologischer Pr zision und theologischer Unerschrockenheit befragte. Gerade das Unvollendete macht dieses Werk zu einem ehrlichen Zeugnis - der Text bricht ab, wie so vieles in Sozzinis Leben unter Druck und Verbannung entstehen musste.
F r wen dieses Buch gedacht ist
Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die die Bergpredigt tiefer verstehen m chten: an theologisch Interessierte, Bibelstudenten und alle, die die Geschichte der Schriftauslegung jenseits der Konfessionsgrenzen erkunden wollen - und an jeden, der Sozzinis berzeugung teilt, dass kein Dogma sich der Vernunftpr fung entziehen darf.
"Pr fet alles, das Gute behaltet." - 1 Thess 5,21