Augustinus - der ambivalente Zeuge ist kein theologisches Lehrbuch und kein spiritueller Ratgeber. Es ist eine kritische, bibelnahe Reflexion über Offenbarung, Zeit und Beziehung - gelesen im Spannungsfeld zwischen der Heiligen Schrift, dem Denken Augustins von Hippo und der kirchlichen Institutionalisierung des Christentums. Ausgehend von der Unterscheidung zwischen Geschichte und Gegenwart (hodie), entfaltet das Buch eine konsequente Lesart der biblischen Texte: Gott bindet sich an Geschichte, ohne sich in ihr festzuschreiben; Offenbarung ereignet sich relational, nicht institutionell. Jesus von Nazaret erscheint nicht als ontologisch fixierte Figur, sondern als transparentes Medium, durch das der unbekannte Gott - Elyon, Abba - erkennbar wird. Tempel, Kult und Vermittlung verlieren damit ihre Sicherungsfunktion. Augustinus wird in diesem Kontext nicht verurteilt, sondern ernst genommen: als Zeuge einer radikalen Einsicht in Zeit und Gegenwart - und zugleich als Ausgangspunkt einer Entwicklung, die Beziehung zunehmend verwaltbar machte. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die theologisch denken wollen, ohne konfessionelle Vorgaben, und die bereit sind, die Konsequenzen einer Offenbarung zu bedenken, die keinen Schutzraum kennt. Es will nicht überzeugen, sondern klären. Nicht trösten, sondern denken lassen.
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