Askese bezeichnet so unterschiedliche Praktiken wie den Verzicht auf Nahrung und Kleidung, sexuelle Enthaltsamkeit, die Weltflucht in die W ste oder auf eine S ule, bis hin zur Selbstkasteiung der Mystiker und zum Schweigen der M nche. Alle diese Ph nomene sind auf das Verh ltnis des Einzelnen zu sich selbst und zur Gesellschaft bezogen. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit r cken sie den K rper, der diszipliniert, gezeichnet, verletzt oder v llig negiert wird. Bestimmend ist dabei stets eine Spannung zwischen Ert chtigung und Entsagung, Disziplinierung und Verneinung.
Der vorliegende Band untersucht die unterschiedlichen Deutungsangebote asketischer Praktiken, Lehren und Vorstellungen in Antike, Mittelalter und Fr her Neuzeit daraufhin, in welchem Verh ltnis sie zur Identit tsbildung stehen: inwieweit Askese dazu genutzt wird, Identit t zu konstituieren, die eigene Identit t genauer zu verstehen oder zu ver ndern. Diese Fragen werden aus soziologischer, philosophie- und kirchengeschichtlicher Perspektive sowie insbesondere aus Sicht der Literaturwissenschaften diskutiert.