Ziel dieses Buches ist es, die Besonderheiten der Beziehung des Subjekts zum Anderen und zum Begehren in der Anorexie zu analysieren. Wir haben uns daf r entschieden, die Magersucht ausschlie lich in ihrem Auftreten in der hysterischen Struktur zu behandeln, was f r uns eine spezifische Ausrichtung des Themas impliziert. Der Andere, wie ihn sich die Magers chtige vorstellt, ist ein kaprizi ser, allm chtiger Anderer, also ein Anderer, der in seinem Begehren nicht behindert wird. Diesem Anderen fehlt es an nichts, und wenn er auf der Ebene der Nachfrage danach gefragt wird, kann er nur mit dem antworten, was er hat, indem er sich mit einer erstickenden Di t vollstopft. Es ist ein Anderer, dem die Magers chtige radikal unterworfen ist. Deshalb bem ht sich die Magers chtige um ein Abgrenzungsman ver, bei dem sie versucht, dem Anderen durch ihr Nicht-Essen einen Mangel zu unterstellen, so dass sich der Andere als begehrenswert pr sentiert. Schlie lich ist sie berechtigt, auch zu begehren, denn es ist die Position des Begehrens, um die es bei der Magersucht geht. Eine paradoxe Position nat rlich, die wir anhand der tragischen Helden dipus und Antigone zu beleuchten versuchen werden.
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