Das vorliegende Open-Access-Buch widmet sich der Frage, wie Anonymit t im Kontext von k rperlicher Interaktion und Menschenmengen charakterisiert werden kann. In Anlehnung an die ph nomenologische Soziologie richtet die Untersuchung ihren Fokus auf das subjektive Erleben: Was hei t anonym zu sein, wenn wir uns im urbanen Raum bewegen? Inwiefern kann Anonymit t als Gef hl beschrieben werden und welche Rolle spielt sie in unserem Alltag?
Die Ergebnisse dieser Arbeit zeichnen ein vielschichtiges Bild von Anonymit t. Sie zeigen, dass Anonymit t nicht als Ausdruck unsozialer Individualit t zu verstehen ist, sondern als ein zutiefst soziales Ph nomen, das den regulierten Umgang mit Fremden im ffentlichen Raum erm glicht. Anonymit t erlaubt den sozial legitimierten R ckzug ebenso wie erste Formen der Kontaktaufnahme und Vergemeinschaftung.
Die konzeptionelle Erfassung von Anonymit t als sozialem Ph nomen er ffnet zugleich neue Perspektiven f r die soziologische Analyse von Menschenmengen. Zentrale Elemente anonymer Sozialit t und deren soziale Dynamiken werden sichtbar und bilden eine konzeptionelle Grundlage, die auch f r angewandte Studien im Crowd Management sowie f r computerbasierte Simulationen nutzbar ist.