Ich traf Alyssa an einem dieser Tage, die eigentlich nichts Besonderes versprachen. Ein hei er Nachmittag im Freibad, flirrende Luft, Stimmen, die im Wasser zerbrachen. Und dann war da pl tzlich sie. Selbstbewusst, unnahbar - und doch sah sie mich an, als h tte sie mich l ngst entdeckt. Ich h tte es dabei belassen sollen. Ein Blick, ein L cheln, mehr nicht. Aber ich tat es nicht. Was mit einem Zufall begann, wurde innerhalb weniger Tage zu etwas, das ich nicht mehr kontrollieren konnte. Alyssa war anders als alle, die ich zuvor gekannt hatte. Sie lebte schneller, dachte weniger nach und schien keine Angst vor Konsequenzen zu haben. Neben ihr f hlte ich mich gleichzeitig verloren und lebendig wie nie zuvor. Wir trafen uns wieder. Und wieder. Jeder Tag zog mich tiefer in ihre Welt - eine Welt voller Intensit t, N he und Entscheidungen, die ich fr her nie getroffen h tte. Grenzen verschwammen. Zeit spielte keine Rolle mehr. Es z hlte nur noch, was zwischen uns passierte. Doch je n her ich ihr kam, desto mehr fragte ich mich, ob ich sie wirklich verstand. Alyssa lie mich glauben, ich w re Teil von etwas Einzigartigem. Etwas Echtem. Aber manchmal lag in ihrem Blick etwas, das ich nicht greifen konnte - als w rde sie immer einen Schritt weiter gehen, als ich folgen konnte. Nach nur einer Woche hatte sich alles ver ndert. Sie stand vor mir, sah mich an und sagte, dass sie mich liebte. Und ich wollte ihr glauben. Vielleicht tat ich es auch. Aber irgendwo tief in mir wusste ich, dass manche Dinge, die sich wie ein Anfang anf hlen, in Wirklichkeit schon der Punkt sind, an dem alles kippt. Ein Blick zuviel Es war einer dieser Nachmittage, die sich anf hlten, als w rden sie ewig dauern. Die Hitze hing wie ein unsichtbarer Vorhang ber dem Freibad, schwer und flimmernd, und alles bewegte sich ein bisschen langsamer als sonst. Stimmen wurden vom Wasser verschluckt, das Klatschen von Spr ngen hallte ber die Beckenr nder, und irgendwo lief Musik, zu leise, um sie wirklich zu erkennen. Ich lag auf meinem Handtuch, die Augen halb geschlossen, und tat so, als w rde ich d sen. In Wirklichkeit beobachtete ich die Leute um mich herum. Gruppen von Freunden, die lachten. Kinder, die sich gegenseitig ins Wasser schubsten. Paare, die sich n her waren, als sie es wahrscheinlich ffentlich zugeben w rden. Und dann sah ich sie. Ich wusste nicht, warum ausgerechnet sie mir auffiel. Vielleicht lag es daran, dass sie sich nicht so bewegte wie die anderen. W hrend alle irgendwie dazugeh ren wollten, wirkte sie, als w re sie einfach nur da - unabh ngig, unbeeindruckt, als w rde sie ihre eigene kleine Welt mit sich herumtragen. Sie lag ein paar Meter entfernt auf einer Liege, den Kopf leicht zur Seite gedreht, die Augen geschlossen. Ein rosafarbener Badeanzug, schlicht, aber auff llig genug, um nicht bersehen zu werden. Ihre Haut gl nzte leicht in der Sonne, als h tte sie das Licht eingefangen und w rde es nicht mehr hergeben. Ich merkte erst nach ein paar Sekunden, dass ich sie anstarrte. Also sah ich schnell weg. Bl de Idee. Denn kaum hatte ich den Blick gel st, wollte ich ihn sofort wieder zur ckholen. Es war, als h tte ich etwas begonnen, das ich nicht einfach abbrechen konnte. Also tat ich das, was man in solchen Situationen eben tut: Ich wartete einen Moment... und sah dann wieder hin. Diesmal bewegte sie sich. Sie stand auf, streckte sich kurz, als w rde sie den Tag absch tteln, und ging Richtung Becken. Ihre Schritte waren ruhig, fast gleichm ig, und ohne zu berlegen, setzte ich mich ein St ck auf, als k nnte ich sie so besser sehen.
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