Nachdruck, der 1925 im "Der Freie Arbeiter" Verlag herausgegebenen Sammlung. Aus dem Vorwort: Seit meiner Entlassung aus der bayerischen Festungshaft (20. Dez. 1924) ist mehrfach die Anregung an mich herangetreten, durch Herausgabe meiner singbaren revolution?ren Gedichte dem Bed?rfnis des k?mpferischen deutschen Proletariats nach Liedern f?r den Marsch, f?r proletarische Feiern und f?r geselliges Beisammensein Nahrung zuzuf?hren. Da? dieses Bed?rfnis jetzt unzweifelhaft in st?rkerem Ma?e empfunden wird als je zuvor in den langen Jahrzehnten der vorrevolution?ren deutschen Arbeiterbewegung, beurteile ich als ein erfreuliches Zeichen der Belebung des revolution?ren Temperaments. In der Revolutionszeit hat es in fast verh?ngnisvollem Ma?e an volkst?mlichen Kampfliedern gefehlt. Man h?rte nur die alte abgedroschene, der Situation in keiner Weise entsprechende sozialdemokratische Arbeitermarseillaise und h?chstens hie und da einmal das sch?ne Arbeiterlied von John Most "Wer schafft das Gold zu Tage?" Die Internationale war bis zum Fr?hjahr 1919 fast nur in den dem Spartakusbund nahestehenden Jugendverb?nden bekannt. Spottlieder, wie sie in der Revolution 1848 massenhaft entstanden und der Wut des Volkes gegen seine Bedr?cker charakteristischen Ausdruck gaben, fehlten vollst?ndig. Die patriotischen und nationalistischen Kriegsanstifter haben es immer gewu?t, da? Musik und Gesang das wirksamste Stimulans zur Lebendighaltung von Entschlossenheit und Kampfgeist ist....Die Mehrzahl der hier gebotenen Kampf- und Spottlieder verdankten ihre Entstehung den f?nf Jahren und acht Monaten, die mich die bayrische Reaktion in ihren Justizf?ngen hielt. W?hrend der ganzen Zeit meiner Gefangenschaft haben mir meine Genossen von der Union Kommunistischer Anarchisten Deutschlands das Leben dadurch ganz wesentlich erleichtert, da? sie mir ?ber allen Druck und Bruch der Zeit hinweg allmonatlich ein Taschengeld zuwiesen, mit dem ich meine kleinen Bed?rfnisse an Briefporto, Schreibmaterial usw. dauernd befriedigen konnte. Ich kann meinen Dank f?r diese Solidarit?t nicht anders zum Ausdruck bringen, als da? ich jetzt, wo mich die goldene Sonne der deutschen Barmatfreiheit wieder bescheint, einen Teil meiner Arbeit den anarchistischen Genossen zu Gute kommen lasse, die weiterhin in Zuchth?usern und Gef?ngnissen die Segnungen der deutschen Republik auskosten m?ssen. Ich stelle deswegen den vollen Ueberschu? dieser Lieder-Sammlung zur Verf?gung des Inhaftiertenfonds der Union Kommunistischer Anarchisten Deutschlands. Mich leitet dabei die ?berzeugung, da?, ebenso wie ich in Vortr?gen und sonstiger agitatorischer T?tigkeit bestrebt bin, allen proletarischen Revolution?ren in den Kerkern ohne Unterschied der politischen Richtung und Organisation zu helfen, der Inhaftiertenfonds der Anarchisten, sofern seine Mittel es ihm erlauben, seine Unterst?tzung den Inhaftierten jeder revolution?ren Bewegung und ihren Angeh?rigen zu Teil werden lassen wird.Die Widmung an der Spitze des B?ndchens soll die Solidarit?t mit allen eingekerkerten Genossen symbolisieren. Der Name Max H?lz, des tapferen Revolution?rs, den die neudeutsche Bourgeoisie f?r das ganze Leben im Zuchthaus festhalten m?chte, umschlie?t die Namen aller seiner zeitlich verurteilten Leidensgenossen, Der Gru? an Max H?lz ist zugleich ein Gru? an Alois Lindner, Karl Pl?ttner und an die 7000 Namenlosen, die unsre bis jetzt noch niedergeschlagene Revolution hinter K?figgittern b??en m?ssen.Auf - die Zuchth?user! Das sei die erste Pflicht des gemeinsamen Kampfes aller revolution?ren Proletarier. Zum gr??eren und letzten Kampf sollen uns Max H?lz und die politischen Gefangenen begleiten. In den Kampf aber wollen wir mit Gesang marschieren.Charlottenburg im April 1925Erich M?hsam.
ThriftBooks sells millions of used books at the lowest everyday prices. We personally assess every book's quality and offer rare, out-of-print treasures. We deliver the joy of reading in recyclable packaging with free standard shipping on US orders over $20. ThriftBooks.com. Read more. Spend less.